Motorradfahren anno 2046
“The Great Escape”: Unter diesem Slogan präsentierte BMW Anfang Oktober stolz seine neueste Errungenschaft: Es ist für wahr eine „große Flucht (nach vorne)“. Mit dem hier vorgestellten BMW Motorrad VISION NEXT 100 wolle man zeigen, was in 20 oder gar 30 Jahren Motorradfahren bedeute. Und dies erstmals ganz real. Dabei, so heißt es aus München, soll das analoge, eben das reale Fahrerlebnis bewusst verstärkt und auf eine neue Ebene gebracht werden. Ganz im Gegensatz zu der dann prognostizierten digitalen Lebenswirklichkeit der Menschen anno 2046.
Soweit die Theorie und wie sieht nun die Praxis aus?
Die geneigte BMW-Motorradfahrerin steht morgens auf und genießt die ersten Sonnenstrahlen. Nachdem die Außertemperatur an die Fensterscheibe projiziert wird, geht’s los mit einer ausgedehnten Tour (so zumindest laut Werbe-Trailer). Doch statt schwerer Lederkluft zieht sich die Protagonistin eine Art aerodynamischen Neoprenanzug über, der, je nach Bedarf, kühlt bzw. wärmt. Das ist alles bevor man aufs Motorrad steigt. Protektoren waren gestern.
Das Bike selbst kommt mit dem allseits bekannten Dreiecksrahmen in schwarz daher, wobei der sogenannte „Flexframe“, im wahrsten Sinne des Wortes, äußerst flexibel ausgestaltet ist und sich so, ganz ohne Gelenke, an die entsprechenden Lenkbewegungen anpasst. Ein echter „Eyecatcher“ an der ansonsten ergonomisch nüchtern ausgerichteten Maschine ist der zentral gelegene Boxermotor, der allerdings nur als Reminiszenz an vergangene Zeiten gesehen werden kann (wir schreiben schließlich das Jahr 2046). In Wirklichkeit verbirgt sich darin nämlich der emissionsfreie Antrieb, wobei sich der „Motorblock“, während des Betriebes, automatisch ausfährt und so dazu beiträgt die Aerodynamik zu verbessern.
Der auffallende Reflektor beim Vorderreifen dient einerseits, zusammen mit dem kleinen Windschild, als stromlinienförmiges Leitsystem, zum anderen aber auch als Verstärkung des Tagfahrlichtes. Unter der Sitzschale befindet sich die rote Rückleuchte.
Als eigentliches Herzstück des Ganzen gelten die Assistenzsysteme. Das Augenscheinlichste dabei ist wohl das „Self Balancing“, d.h., dass die VISION NEXT 100 keinen Ständer benötigt und so ein Umfallen unmöglich ist. Viele dieser Automatismen funktionieren im Zusammenspiel „Mensch-Motorrad“ mit Hilfe des Visors, also einer Brille, die auf Wunsch entsprechende Daten direkt ins Sichtfeld einblenden kann. Doch nur dann, wenn gewünscht oder nötig, um das Fahrvergnügen nicht zu beeinflussen.
Die Reifen stellen sich auf unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten ein.



