Brembo Oro Bremsscheiben an der R1250GS: ungewohnte Optik nach dem Wechsel

Brembo Oro an der R1250GS: wenn die neue Bremsscheibe anders aussieht als erwartet
Nach rund 100.000 Kilometern sind vordere Bremsscheiben ein klassischer Verschleißfall - und genau in diese Situation ist ein GS-Fahrer gekommen, der seine R1250GS mit neuen Scheiben ausgestattet hat. Seine Wahl fiel auf die Brembo Oro Serie mit der Teilenummer 168B407D6, kombiniert mit den passenden Brembo-Belägen für Hayes-Sättel (07GR90SA). Damit bewegt er sich in einem Marktsegment, das unter GS-Fahrern einen guten Ruf genießt: Brembo beliefert nicht nur die Erstausrüstung vieler Motorräder, sondern bietet mit der Oro-Linie auch hochwertigen Ersatz fürs Aftermarket an, der preislich meist unter den BMW-Originalteilen liegt.
Die Montage lief reibungslos
Positiv fällt zunächst die praktische Seite auf: Die Montage der Brembo Oro Scheiben verlief laut Bericht ohne Komplikationen. Alle nötigen Niethülsen für die schwimmende Lagerung des Reibrings waren bereits im Lieferumfang enthalten, und die Scheiben passten ohne jede Nacharbeit an die Radnabe. Das ist keine Selbstverständlichkeit - bei manchen Aftermarket-Bremsscheiben muss erst nachgebohrt oder mit Distanzscheiben gearbeitet werden, bis alles fluchtet. Hier offenbar nicht: ein guter Hinweis darauf, dass die Kompatibilität zur R1250GS mit Hayes-Sätteln sauber durchdacht ist.
Der Reibring wirkt spürbar größer
Interessant wird es bei der ersten Ausfahrt: Dem Fahrer fällt auf, dass der Reibring - also der eigentliche Bremsring, an dem die Beläge angreifen - deutlich größer ausfällt als er es von der bisherigen Bremsscheibe gewohnt war. Das ist ein Detail, das man leicht übersieht, wenn man nur auf Lochbild und Außendurchmesser achtet, aber sofort ins Auge sticht, sobald man beide Scheiben nebeneinander sieht oder das Rad im Fahrbetrieb beobachtet.
Solche optischen Abweichungen sind bei Aftermarket-Bremsscheiben nicht ungewöhnlich, auch wenn sie auf den ersten Blick verunsichern. Hersteller wie Brembo konstruieren ihre Scheiben nicht als exakte Kopie des Originals, sondern nach eigenen Vorgaben zu Reibringbreite, Lochbild im Reibring und Anbindung an den Scheibentopf. Das kann bei gleichem Außendurchmesser und gleicher Aufnahme trotzdem zu einem optisch anderen Erscheinungsbild führen, ohne dass die Bremsleistung oder Funktion darunter leidet. Entscheidend ist am Ende, dass Sattel und Beläge über die komplette Breite des Reibrings sauber Kontakt bekommen und nirgends etwas schleift oder an den Belaghaltern anschlägt - beides wird durch eine unauffällige erste Probefahrt in der Regel schnell bestätigt oder eben nicht.
Was daraus für andere GS-Fahrer folgt
Wer selbst über einen Bremsscheiben-Wechsel an der R1250GS nachdenkt, sollte sich von diesem Bericht nicht verunsichern lassen, sondern zwei Dinge mitnehmen: Erstens, dass die Brembo Oro 168B407D6 in Kombination mit den Belägen 07GR90SA für Hayes-Sättel offenbar sauber und ohne Anpassungsarbeit passt. Zweitens, dass ein optisch größerer Reibring für sich genommen noch kein Warnsignal ist, sondern zunächst einmal eine Designentscheidung des Herstellers sein kann. Trotzdem lohnt sich nach einem solchen Wechsel immer der prüfende Blick: Bremst das Rad frei, ohne Schleifgeräusche? Liegt der Bremssattel plan auf dem Reibring? Und wie verhält sich die Bremse nach den ersten Kilometern beim Einbremsen der neuen Beläge?
Bei aller Technikdiskussion um Bremsscheiben lohnt sich auf Reisetouren auch der Blick auf den Rest der Ausstattung. Wer seine R1250GS windschlüpfiger und komfortabler für lange Etappen machen will, findet passendes Zubehör etwa bei Hornig.