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BMW G 310 GS: DAS PERFEKTE EINSTEIGERMOTORRAD?

Mit gerade mal 34 PS und 28 Newtonmeter heizt die neue BMW G 310 GS durch die Landschaften rund um Barcelona. Lange Federwege, riesige Schräglagefreiheit und hohe Geschwindigkeit bietet die neue „kleine“ GS. Offroadtouren, hochtourig fahren und massenweise Belastung musste das 169,5 kg schwere Motorrad aushalten, doch er hat dies alles gemeistert.

G310GS

Der typische BMW-Fan wird sich fragen, für was brauche ich eine G 310 GS, wenn ich eine 700er, 800er oder sogar 1200er fahren kann? Das Ziel von BMW ist nicht, die G 310 GS mit allem Schnickschnack auszustatten, geschweige denn sie mächtig qualmen zu lassen. Das Ziel der Münchener ist ganz klar der Weltmarkt. Ein günstiges Motorrad, das auch in Indien produziert wird und Menschen aus der ganzen Welt begeistern soll. Die Traditionsmarke hat dennoch schweres Spiel: Sie will einerseits den Premium-Status nicht verlieren und andererseits, hauptsächlich für junge Erwachsene, den Preis attraktiv gestalten. Somit ist die BMW mit 5.800 Euro um 3.300 Euro günstiger als die 700GS. Doch steht bei der neuen GS wirklich, wie der Name schon sagt, Gelände und Straße im Vordergrund? Äußerlich macht sie auf jeden Fall einen recht mächtigen Eindruck für einen Hubraumwinzling.

Durch das Design erkennt man sofort das hier eine waschechte BMW durch die Gegend fährt. Hierbei muss man den BMW Designern den nötigen Respekt einräumen. Die neue BMW ist zudem äußerst drehfreudig. Mit unter 6.000 Umdrehungen kann sie wenig anfangen.

Beim Fahren erkennt man, dass die BMW auf Touren gehalten werden will. Erst im oberen Drehzahldrittel bekommt sie richtig Charakter. Trotzdem zeigen die 34 PS Grenzen auf. Deshalb macht es Sinn ein kurz übersetztes Sechsganggetriebe einzubauen, auch wenn dieses etwas hart anmutet. Ferner ist es zudem bei den Bremsen nicht anders. Einerseits ein gutes, griffiges Vier-Kolben-Radialbremssattelsystem, andererseits jedoch schlecht dosierbar und für Verzögerungen benötigt man hohe Handkräfte. Das Positive daran ist, dass das ABS problemlos funktioniert. Das Kurvenfahren mit der kleinen GS macht Laune. Zwar geht sie wegen des 19-Zoll-Vorderrades nicht ganz so folgeleistend durch die Kurve wie ihre „nackte Schwester“ und verlangt etwas Feingefühl, um sie von der Mittellage in die Kurvenlage zu versetzen, jedoch ist sie mit viel Dämpfung versehen und hat eine fein ansprechende Gabel. Das Federbein hat auch etwas mehr Komfort bekommen. Zusammen halten sie die GS stets auf Kurs und auch Schotterwege sind für sie kein Problem, da sie immer noch genügend Traktion hat. Lediglich der Lenker sollte für eine ausgedehnte Tour etwas höher sein. Alles in allem ist die Maschine äußerst vielseitig und durchdacht. Genau deswegen ist sie für junge Fahrer, welche nicht massenweise Komfort brauchen, genau das Richtige.