2500 Kilometer quer durch die Alpen: Warum die alte GS einfach ein cooles Bike bleibt

2500 Kilometer quer durch die Alpen: Warum die alte GS einfach ein cooles Bike bleibt
Manchmal braucht es keine große Geschichte, um zu verstehen, warum Leute an ihrer GS hängen. Ein Nutzer im GS-Forum hat kürzlich schlicht berichtet, dass er mit “der Dicken” 2500 Kilometer unterwegs war - Bayerischer Wald, Voralpenland, über die Großglockner-Hochalpenstraße und weiter nach Slowenien, dann wieder zurück. Keine große Ankündigung, kein episches Reisetagebuch, nur ein kurzer Satz und ein paar Fotos. Und trotzdem steckt darin genau das, was diese Bikes für viele so besonders macht.
Eine Tour, wie sie für eine große Boxer-GS gemacht ist
Die Strecke selbst ist ein kleines Best-of der Alpen: dichte Wälder und sanfte Hügel im Bayerischen Wald, dann das Voralpenland als Auftakt zu den richtig großen Bergen, die Passstraße am Großglockner mit ihren Kehren und Höhenmetern, und schließlich Slowenien mit seinen eigenen, oft unterschätzten Bergstraßen. Genau für solche Etappen wurden die großen GS-Modelle entwickelt: komfortabel genug für lange Tage im Sattel, giftig genug für die Passkehren, und mit genug Reserven, um auch mal einen spontanen Umweg über die Grenze einzulegen.
Ein Bike mit Geschichte - und sichtbaren Spuren
Charmant ist die Bemerkung, dass über die Jahre ein paar “unwichtige” Teile verloren gegangen sind. Wer selbst schon eine gut gelaufene GS besitzt, kennt das: irgendwann fehlt hier eine Verkleidungsschraube, dort ein Halter, den man nie wirklich vermisst hat. Es sind genau diese kleinen kosmetischen Blessuren, die aus einem Motorrad eine persönliche Geschichte machen statt nur ein Fahrzeug. Die Technik darunter läuft trotzdem zuverlässig weiter, und genau das ist bei den Boxer-GS ja das eigentliche Versprechen: robuste Reisetauglichkeit auch jenseits der ersten 100’000 Kilometer.
Nach der Tour stehen jetzt neue Reifen und ein Kundendienst mit TÜV an. Danach soll es die nächsten 85’000 Kilometer weitergehen - eine Ansage, die zeigt, wie viel Vertrauen in dieses Motorrad steckt. Wer mit solchen Laufleistungen plant, denkt nicht in einzelnen Saisons, sondern in Jahrzehnten.
Die Lieblingsmaschine im eigenen Fuhrpark
Besonders interessant ist der Nebensatz am Ende: Der Besitzer hat neben besagter R1100GS auch noch eine 1200er Adventure, eine Urban GS und eine 1150er im Repertoire - und trotzdem ist klar, welches Bike für die große Alpentour ausgewählt wurde. Wer mehrere GS-Generationen im Vergleich fährt, entwickelt oft eine ganz eigene Rangliste, die sich nicht an PS-Zahlen oder Ausstattungslisten orientiert, sondern an dem Gefühl, das ein bestimmtes Motorrad auf einer bestimmten Strecke vermittelt. Genau dieses Gefühl lässt sich schwer in Zahlen fassen, aber jeder erfahrene GS-Fahrer kennt es.
Was diese Geschichte über die große GS-Welt erzählt
Solche kurzen, unaufgeregten Forumsbeiträge sagen oft mehr über die großen Reise-Enduros aus als jeder Prospekttext. Es geht nicht um das neueste Modelljahr oder die aktuellste Elektronik, sondern um Vertrauen, das über viele Jahre und viele Kilometer gewachsen ist. Eine GS, die schon zwei-, drei- oder vierfach durch die Alpen und über Landesgrenzen getragen hat, wird zu einem Motorrad, dem man auch die nächste große Tour ohne zu zögern zutraut.